Texte zum Alltäglichen -
der wöchentliche Schreibblog

Sonntags
‚Sonntags in der kleinen Stadt‘ sang damals Degenhart. Auch auf dem Dorf und in der großen Stadt läuten sie pünktlich in der Früh, die Kirchenglocken. Alles ist ruhiger, vielleicht auch langsamer, oft auch zu ruhig. Geschlossene Geschäfte bis auf Blumenläden, Bäckereien, Spätis und Tankstellen. Menschen gehen spazieren, joggen und spielen im Park, nachmittags dann werden verpackte Kuchen nach Hause getragen.
Keine Kita und Schule, keine Arbeit. Freie Zeit. Morgens länger schlafen und kuscheln mit Kindern und der/dem Liebsten, sich treiben lassen. Oder er ist bereits durchgetaktet wie die anderen sechs Tage auch: Wanderung, Radtour, Film, Ausstellung, Konzert, Besuch im Seniorenheim und auf dem Friedhof. Die Kinder haben Spiele und Turniere, müssen unbedingt an die frische Luft.
Gibt es sie noch? Die Sonntagskleidung, das Sonntagsfrühstück mit Ei, Rosinenstuten und Lachs, den Sonntagsbraten, die Sonntagsmusik? Die spezielle Erwartung auf jeden Fall: unbedingt erholen, auftanken, Zeit haben.
Und immer geht er zu schnell vorbei, außer Du bist jung oder alt, und Langeweile und Einsamkeit ziehen durch alle Tür- und Fensterritzen der Wohnung. Abends dann heißt es Abschied nehmen vom Wochenende, von Dies und Das, heißt es Tasche packen für den Wochenstart, an dem alles wieder losgeht, leider oder endlich.
Vielleicht wird noch der Tatort angesehen aus lauter Tradition oder ein anderer Film, ein gemeinsames Spiel, eine letzte Erzählung, ein letzter Kuss, ein letzter Streit, die Gedanken sind schon beim Morgen und bei dem, was am Wochenende gewesen ist oder leider auch nicht.
Soviel für einen einzigen Tag, einfach zu viel.
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Sonntags
‚Sonntags in der kleinen Stadt‘ sang damals Degenhart. Auch auf dem Dorf und in der großen Stadt läuten sie pünktlich in der Früh, die Kirchenglocken. Alles ist ruhiger, vielleicht auch langsamer, oft auch zu ruhig. Geschlossene Geschäfte bis auf Blumenläden, Bäckereien, Spätis und Tankstellen. Menschen gehen spazieren, joggen und spielen im Park, nachmittags dann werden verpackte Kuchen nach Hause getragen.
Keine Kita und Schule, keine Arbeit. Freie Zeit. Morgens länger schlafen und kuscheln mit Kindern und der/dem Liebsten, sich treiben lassen. Oder er ist bereits durchgetaktet wie die anderen sechs Tage auch: Wanderung, Radtour, Film, Ausstellung, Konzert, Besuch im Seniorenheim und auf dem Friedhof. Die Kinder haben Spiele und Turniere, müssen unbedingt an die frische Luft.
Gibt es sie noch? Die Sonntagskleidung, das Sonntagsfrühstück mit Ei, Rosinenstuten und Lachs, den Sonntagsbraten, die Sonntagsmusik? Die spezielle Erwartung auf jeden Fall: unbedingt erholen, auftanken, Zeit haben.
Und immer geht er zu schnell vorbei, außer Du bist jung oder alt, und Langeweile und Einsamkeit ziehen durch alle Tür- und Fensterritzen der Wohnung. Abends dann heißt es Abschied nehmen vom Wochenende, von Dies und Das, heißt es Tasche packen für den Wochenstart, an dem alles wieder losgeht, leider oder endlich.
Vielleicht wird noch der Tatort angesehen aus lauter Tradition oder ein anderer Film, ein gemeinsames Spiel, eine letzte Erzählung, ein letzter Kuss, ein letzter Streit, die Gedanken sind schon beim Morgen und bei dem, was am Wochenende gewesen ist oder leider auch nicht.
Soviel für einen einzigen Tag, einfach zu viel.