Texte zum Alltäglichen -
der wöchentliche Schreibblog

Resteessen
Die Feiertage sind vorüber, die etwas hektischen familiären Verabredungen und Treffen sind geschafft. Alltag scheint wieder einzukehren und damit auch ganz alltägliche Fragen: „Was sollen wir heute Abend kochen?“
„Worauf hättest du denn Lust?“
„Weiß auch nicht genau, ich glaube auf was ganz Normales, Kartoffelpüree mit Sauerkraut oder Nudelauflauf mit Lauch und Käse?“
Ein Blick in den Kühlschrank zeigt allerdings, die Zutaten dafür sind nicht da. Dafür viel anderes, was den Kühlschrank weiterhin voll sein lässt.
„Vielleicht sollten wir mit dem, was noch da ist, was zaubern?“
Gezaubert wurde in den letzten Tagen viel. Alles lecker, aber auch kalorienlastig, sahnehaltig und raffiniert variiert, karamellisiert oder als Parfait serviert.
„Komisch, ich könnte jetzt einen Gemüseeintopf mit Würstchen essen und würde sogar Maggi dazu nehmen.“
„Willst du die Forelle wegschmeißen und jetzt Suppengemüse dafür kaufen?“
„Machen wir ein Resteessen aus dem, was noch da ist.“
„Aus Pfifferlingen, Maronen, Cranberries, Datteln, Roquefort und Creme-Fraiche. Wie soll das gehen?“
Alles wird noch einmal inspiziert, die Ablaufdaten studiert, ja, es muss bald verzehrt werden. Jetzt wird es kompliziert, da sind die Themen Luxus und Verschwendung, aber als Gourmet und Genießer ist man zur Nachhaltigkeit verpflichtet. Lebensmittel, die noch gut sind sind, wandern nicht in den Mülleimer. Es sei denn ...
„Bist du dir sicher, ob die Forelle nicht doch schon ein bisschen riecht? Und ist da nicht so ein leichter weißer Pelz auf der Mascarpone? Das soll ja gar nicht gesund sein, vielleicht sogar gefährlich.“
„Reste sind auch nicht mehr das, was sie früher mal waren, da wurde alles einfach nur trocken und hart.“
„Ich weiß noch, altes Weißbrot in eine Auflaufform, Milch, Ei und Rosinen dazu, Paniermehl aus Brötchen oben drauf mit paar Butterflöckchen.“
„Oder Nudelsalat, mit Erbsen und Möhrchen und ein Brühwürstchen, kleingeschnitten reicht es für alle. Zwei hartgekochte Eier, geviertelt, reichen auch.“
Das war früher alles einfacher mit den Resten, das lässt sich mit Delikatessen nicht mehr so einfach machen.
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Resteessen
Die Feiertage sind vorüber, die etwas hektischen familiären Verabredungen und Treffen sind geschafft. Alltag scheint wieder einzukehren und damit auch ganz alltägliche Fragen: „Was sollen wir heute Abend kochen?“
„Worauf hättest du denn Lust?“
„Weiß auch nicht genau, ich glaube auf was ganz Normales, Kartoffelpüree mit Sauerkraut oder Nudelauflauf mit Lauch und Käse?“
Ein Blick in den Kühlschrank zeigt allerdings, die Zutaten dafür sind nicht da. Dafür viel anderes, was den Kühlschrank weiterhin voll sein lässt.
„Vielleicht sollten wir mit dem, was noch da ist, was zaubern?“
Gezaubert wurde in den letzten Tagen viel. Alles lecker, aber auch kalorienlastig, sahnehaltig und raffiniert variiert, karamellisiert oder als Parfait serviert.
„Komisch, ich könnte jetzt einen Gemüseeintopf mit Würstchen essen und würde sogar Maggi dazu nehmen.“
„Willst du die Forelle wegschmeißen und jetzt Suppengemüse dafür kaufen?“
„Machen wir ein Resteessen aus dem, was noch da ist.“
„Aus Pfifferlingen, Maronen, Cranberries, Datteln, Roquefort und Creme-Fraiche. Wie soll das gehen?“
Alles wird noch einmal inspiziert, die Ablaufdaten studiert, ja, es muss bald verzehrt werden. Jetzt wird es kompliziert, da sind die Themen Luxus und Verschwendung, aber als Gourmet und Genießer ist man zur Nachhaltigkeit verpflichtet. Lebensmittel, die noch gut sind sind, wandern nicht in den Mülleimer. Es sei denn ...
„Bist du dir sicher, ob die Forelle nicht doch schon ein bisschen riecht? Und ist da nicht so ein leichter weißer Pelz auf der Mascarpone? Das soll ja gar nicht gesund sein, vielleicht sogar gefährlich.“
„Reste sind auch nicht mehr das, was sie früher mal waren, da wurde alles einfach nur trocken und hart.“
„Ich weiß noch, altes Weißbrot in eine Auflaufform, Milch, Ei und Rosinen dazu, Paniermehl aus Brötchen oben drauf mit paar Butterflöckchen.“
„Oder Nudelsalat, mit Erbsen und Möhrchen und ein Brühwürstchen, kleingeschnitten reicht es für alle. Zwei hartgekochte Eier, geviertelt, reichen auch.“
Das war früher alles einfacher mit den Resten, das lässt sich mit Delikatessen nicht mehr so einfach machen.