Texte zum Alltäglichen -
der wöchentliche Schreibblog

Kein bisschen leise
WIE
„Zum richtigen Sommergefühl gehört irgendwie das Geschrei von Kindern in der Nähe von Pools und Freibädern, dieses ununterbrochene Jauchzen, Rufen und Quietschen, das allein von spritzendem Wasser ausgelöst wird“, meinte kürzlich eine Freundin bei einem Spaziergang am Rhein.
„Aber bitte in der nötigen Entfernung, sonst wird es mir schnell zu laut. Es sei denn, die eigenen Kinder oder Enkel sind mit dabei. Und auch der Geruch von Sonnenmilch gehört dazu“, ergänze ich.
„Unten am Rhein gehört auch das Kreischen von Jet-Skis dazu. Diese Dinger, die nicht irgendwo gezielt hinfahren, sondern die einfach nur auf dem Wasser im Kreis fahren. Wie auf der Kirmes, nur dass hier eine Person genauso laut wie eine ganze Kirmes ist.“
„Oder du wanderst durch den Wald in der Eifel, wo die Wege noch weit in die Einsamkeit führen, und dann ist plötzlich das Heulen von Motorrädern aus der Ferne zu hören, die genau diese kurvenreichen Straßen in der Abgeschiedenheit aufsuchen.“
Für einen Moment bleiben wir stehen und lauschen. Es ist wirklich so gut wie nichts zu hören. Zumindest kein Jet-Ski, keine Autos und zurzeit auch kein Kindergeschrei aus dem Pool. Aber ist es wirklich ganz leise? Keinesfalls, irgendwo rauscht die B42 oder B9, vielleicht ist es auch die A59 oder A555.
„Das Schönste an Sommerabenden ist, wenn du im Bett noch draußen das Zirpen der Grillen hörst oder ganz ganz weit weg ein kleines Moped, vielleicht noch eine Nachbarin, die die Katze ruft.“
„Also keine Gartenparty zwei, drei Häuser weiter, die bis in die Nacht geht. Wobei man da unterscheiden muss zwischen Nachbarn, die vergnügt, aber leise miteinander reden und lachen und am Ende wirklich bemüht sind, das Geschirr und Gläser möglichst geräuschlos reinzutragen.“
„Im Gegensatz zu Partys, bei denen die Leute immer lauter werden mit steigendem Alkoholpegel und ihre Lautstärke als Ausdruck ihrer guten Laune verstehen, an der alle teilnehmen sollen. Die sich mit schalen Witzen überbieten und das als Mitteilung an die Welt verstehen nach dem Motto, ´eine so gute Stimmung in so schweren Zeiten ist wirklich beneidenswert.´Und am Ende beim Aufräumen und Reintragen löst jedes Missgeschick noch lauteres Lachen aus, bis jemand 'zzzzssscht' ruft, 'die Nachbarn schlafen schon.' Und darauf folgt dann ein noch lauteres Lachen und spätestens, wenn Bierflaschen über die Terrassenböden rollen und der Grill im Dunkeln umfällt, ist der Höhepunkt der guten Laune erreicht. Ein unvergesslicher Abend, an dem sich die Verabschiedungen ewig ziehen, nicht zuletzt wegen der Versprechen, so ein Treffen möglichst bald zu wiederholen.
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Kein bisschen leise
WIE
„Zum richtigen Sommergefühl gehört irgendwie das Geschrei von Kindern in der Nähe von Pools und Freibädern, dieses ununterbrochene Jauchzen, Rufen und Quietschen, das allein von spritzendem Wasser ausgelöst wird“, meinte kürzlich eine Freundin bei einem Spaziergang am Rhein.
„Aber bitte in der nötigen Entfernung, sonst wird es mir schnell zu laut. Es sei denn, die eigenen Kinder oder Enkel sind mit dabei. Und auch der Geruch von Sonnenmilch gehört dazu“, ergänze ich.
„Unten am Rhein gehört auch das Kreischen von Jet-Skis dazu. Diese Dinger, die nicht irgendwo gezielt hinfahren, sondern die einfach nur auf dem Wasser im Kreis fahren. Wie auf der Kirmes, nur dass hier eine Person genauso laut wie eine ganze Kirmes ist.“
„Oder du wanderst durch den Wald in der Eifel, wo die Wege noch weit in die Einsamkeit führen, und dann ist plötzlich das Heulen von Motorrädern aus der Ferne zu hören, die genau diese kurvenreichen Straßen in der Abgeschiedenheit aufsuchen.“
Für einen Moment bleiben wir stehen und lauschen. Es ist wirklich so gut wie nichts zu hören. Zumindest kein Jet-Ski, keine Autos und zurzeit auch kein Kindergeschrei aus dem Pool. Aber ist es wirklich ganz leise? Keinesfalls, irgendwo rauscht die B42 oder B9, vielleicht ist es auch die A59 oder A555.
„Das Schönste an Sommerabenden ist, wenn du im Bett noch draußen das Zirpen der Grillen hörst oder ganz ganz weit weg ein kleines Moped, vielleicht noch eine Nachbarin, die die Katze ruft.“
„Also keine Gartenparty zwei, drei Häuser weiter, die bis in die Nacht geht. Wobei man da unterscheiden muss zwischen Nachbarn, die vergnügt, aber leise miteinander reden und lachen und am Ende wirklich bemüht sind, das Geschirr und Gläser möglichst geräuschlos reinzutragen.“
„Im Gegensatz zu Partys, bei denen die Leute immer lauter werden mit steigendem Alkoholpegel und ihre Lautstärke als Ausdruck ihrer guten Laune verstehen, an der alle teilnehmen sollen. Die sich mit schalen Witzen überbieten und das als Mitteilung an die Welt verstehen nach dem Motto, ´eine so gute Stimmung in so schweren Zeiten ist wirklich beneidenswert.´Und am Ende beim Aufräumen und Reintragen löst jedes Missgeschick noch lauteres Lachen aus, bis jemand 'zzzzssscht' ruft, 'die Nachbarn schlafen schon.' Und darauf folgt dann ein noch lauteres Lachen und spätestens, wenn Bierflaschen über die Terrassenböden rollen und der Grill im Dunkeln umfällt, ist der Höhepunkt der guten Laune erreicht. Ein unvergesslicher Abend, an dem sich die Verabschiedungen ewig ziehen, nicht zuletzt wegen der Versprechen, so ein Treffen möglichst bald zu wiederholen.