Texte zum Alltäglichen -
der wöchentliche Schreibblog

I need a hero
„Where have all the good men gone …?“
Wie hat sie dieses Lied geliebt, damals. Und sich nicht geschämt, dass sie genau das wollte.
„I need a hero, I'm holding out for a hero ...“
Trotz befriedigendem Job mit Leitungsfunktion, Firmenwagen, schöner Wohnung und den ganzen Errungenschaften der Frauenemanzipation in diesem, ihrem Land. Doch nicht zu selten war es eben auch alles ein bisschen viel, viel zu viel, und bei den Männern, mit denen sie zusammen war, dachte sie ehrlich gesagt meist genau das. „I need a hero, I'm holding out for a hero til the morning light.“
Sie traute sich natürlich nicht die Bohne, das zuzugeben. Aber tief in ihr sprach ihre Stimme, ja, ich will beides. Selber stark und autonom sein und neben mir den Helden spüren und lieben.
Woher sie das hatte? Von ihrem Vater, der ihr immer das Gefühl gegeben hatte, sie und die Familie sicher durch alle Stürme des Lebens zu führen. Der ihr soviel zeigte und beibrachte, soviel mit ihr machte. Er war immer ihr ‚hero‘ und gab ihr damit auch dieses unerschütterliche Grundvertrauen ins Leben mit auf den Weg. Danke dafür immer wieder, auch wenn du schon sechsunddreißig Jahre nicht mehr da bist.
Die Männer, die sie traf, taten sich schwer mit ihrem Wunsch. Verständlich. Waren sie doch durch die modern werdenden Zeiten tief in ihrer Männlichkeit verunsichert, Chauvi und Patriarch durften sie nicht mehr sein, allzeit helfender Versteher wollten sie auch nicht sein. „Wann ist ein Mann ein Mann“ sang Grönemeyer vor ausverkauften Bühnen.
Und so wurde es für beide Seiten schwer, bis, ja bis sie auf Konrad traf. Wie bei Bowie tatsächlich im Schatten der Berliner Mauer. Bis zum letzten Atemzug wird sie sich an diese Liedzeilen erinnern, denn es war genau diese Begegnung, die ihrem Leben endlich Sinn, Halt, Freude und Leichtigkeit gab.
„I can remember, standing by the wall.
And the guns shot above our heads.
And we kissed as though nothing could fall
and the shame was on the other side.
Oh, we can beat them for ever and ever.
Then we could be heroes just for one day.
We can be heroes.“
Unvergessen. Zeitlos. Danke an alle wirklichen Heroes auf dieser Welt. Und bitte einen weiten Bogen um die machen, die es nur von sich denken und alle anderen auf falsche und gefährliche Fährten locken.
Texte zum Alltäglichen -
der wöchentliche Schreibblog

I need a hero
„Where have all the good men gone …?“
Wie hat sie dieses Lied geliebt, damals. Und sich nicht geschämt, dass sie genau das wollte.
„I need a hero, I'm holding out for a hero ...“
Trotz befriedigendem Job mit Leitungsfunktion, Firmenwagen, schöner Wohnung und den ganzen Errungenschaften der Frauenemanzipation in diesem, ihrem Land. Doch nicht zu selten war es eben auch alles ein bisschen viel, viel zu viel, und bei den Männern, mit denen sie zusammen war, dachte sie ehrlich gesagt meist genau das. „I need a hero, I'm holding out for a hero til the morning light.“
Sie traute sich natürlich nicht die Bohne, das zuzugeben. Aber tief in ihr sprach ihre Stimme, ja, ich will beides. Selber stark und autonom sein und neben mir den Helden spüren und lieben.
Woher sie das hatte? Von ihrem Vater, der ihr immer das Gefühl gegeben hatte, sie und die Familie sicher durch alle Stürme des Lebens zu führen. Der ihr soviel zeigte und beibrachte, soviel mit ihr machte. Er war immer ihr ‚hero‘ und gab ihr damit auch dieses unerschütterliche Grundvertrauen ins Leben mit auf den Weg. Danke dafür immer wieder, auch wenn du schon sechsunddreißig Jahre nicht mehr da bist.
Die Männer, die sie traf, taten sich schwer mit ihrem Wunsch. Verständlich. Waren sie doch durch die modern werdenden Zeiten tief in ihrer Männlichkeit verunsichert, Chauvi und Patriarch durften sie nicht mehr sein, allzeit helfender Versteher wollten sie auch nicht sein. „Wann ist ein Mann ein Mann“ sang Grönemeyer vor ausverkauften Bühnen.
Und so wurde es für beide Seiten schwer, bis, ja bis sie auf Konrad traf. Wie bei Bowie tatsächlich im Schatten der Berliner Mauer. Bis zum letzten Atemzug wird sie sich an diese Liedzeilen erinnern, denn es war genau diese Begegnung, die ihrem Leben endlich Sinn, Halt, Freude und Leichtigkeit gab.
„I can remember, standing by the wall.
And the guns shot above our heads.
And we kissed as though nothing could fall
and the shame was on the other side.
Oh, we can beat them for ever and ever.
Then we could be heroes just for one day.
We can be heroes.“
Unvergessen. Zeitlos. Danke an alle wirklichen Heroes auf dieser Welt. Und bitte einen weiten Bogen um die machen, die es nur von sich denken und alle anderen auf falsche und gefährliche Fährten locken.