Texte zum Alltäglichen -
der wöchentliche Schreibblog

I need a hero
„Ich weiß nicht, ich finde es gibt immer weniger Gelegenheiten, Helden oder Heldinnen in seinem Leben zu haben.“
„So wie früher, meinst du, als wir noch schwärmten, als wir noch träumten und davon überzeugt waren, dass wir zusammen mit unseren Helden und Heldinnen die Welt retten können.“
„Ja, das war doch schön.“
"Das war für uns so schön, drum haben wir sie gesucht und erschaffen."
„Wieso? Du meinst wirklich, es gab diese Helden nur, weil wir sie brauchten? Dann sind die Helden und Heldinnen in Wirklichkeit gar keine Helden?“
„Ja so ähnlich.“
„Und ich denke immer noch, Helden und Heldinnen sind etwas ganz Besonderes, die Besten, die Ehrlichsten und darum so berühmt und groß.“
"Nein, sie müssen keinesfalls die Besten sein, es muss nur klar sein, dass sie die Besten und Größten sind."
„Und wer macht sie dazu?“
„Das Publikum, die Anhänger, und ein paar Manager? Das Publikum will etwas, um sagen zu können, ich, wir waren bei dem Größten dabei. Also gehen alle hin. Denn beim Größten darf man nicht fehlen. Und warum sind die Größten die Größten? Weil alle hingehen.“
„Das ist ja furchtbar.“
„Nein, warum? Das Publikum bekommt ja Einiges dafür. Man sagt ihm, ihr seid so toll, ganz prima. Ihr wisst was gut ist, ihr wisst wofür es sich lohnt einzusetzen. Ihr seid meine Helden, ihr alle seid Helden.“
„Ja, irgendwie ist es schon schön, so was gesagt zu bekommen.“
„Der Held erzählt dir, dass du etwas ganz Großes, was ganz Besonderes bist. So weniger die Leute privat gebacken kriegen, um so mehr wünschen sie sich, eben bei diesem Großen und Besonderen dabei zu sein. Das kann eine große Mannschaft, eine große Firma, ein großes Land sein. Wichtig ist eine Figur vorne weg, die immer wieder erzählt, Teil vom Größten und Besten zu sein. Und die den Glauben an das Heldenhafte festigt."
"Na ja, aber wenn das Bild des Helden an der Spitze bröckelt, wenn nicht alles stimmt?“
„Einen Helden aufgeben? Nein, auch wenn da ein paar Fehler und Unschönheiten sind. Nobody ist perfect. Deswegen Helden aufgeben? Da zerstört man ja den eigenen Sockel, auf dem man sich so groß fühlt. Also besser mit Feierlichkeiten und Jubiläen alles überdecken als die wirkliche Lage des großen Ganzen und des Helden zu erkennen.
„Und wenn der Held irgendwann nur noch Scheiße baut? Ein Projekt nach dem anderen versemmelt, nichts mehr gebacken kriegt?“
„Der Held hat immer den Vorteil, dass seine Anhänger sich schwer damit tun, das einzusehen. Und um so länger der Held behauptet, er hätte alles im Griff, danken ihm die Anhänger dafür.
"Du kannst einem die Lust an Helden ja ganz schön vermiesen. An wen soll ich jetzt noch glauben?“
„Frag mich nicht.“
„Wen meinst du eigentlich alles mit Helden und Heldinnen?“
„Ich weiß nicht, Ehemänner, Schlagersänger, Fussballspieler, Trainer, Vorgesetzte, Chefs oder auch Präsidenten ...“
Texte zum Alltäglichen -
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I need a hero
„Ich weiß nicht, ich finde es gibt immer weniger Gelegenheiten, Helden oder Heldinnen in seinem Leben zu haben.“
„So wie früher, meinst du, als wir noch schwärmten, als wir noch träumten und davon überzeugt waren, dass wir zusammen mit unseren Helden und Heldinnen die Welt retten können.“
„Ja, das war doch schön.“
"Das war für uns so schön, drum haben wir sie gesucht und erschaffen."
„Wieso? Du meinst wirklich, es gab diese Helden nur, weil wir sie brauchten? Dann sind die Helden und Heldinnen in Wirklichkeit gar keine Helden?“
„Ja so ähnlich.“
„Und ich denke immer noch, Helden und Heldinnen sind etwas ganz Besonderes, die Besten, die Ehrlichsten und darum so berühmt und groß.“
"Nein, sie müssen keinesfalls die Besten sein, es muss nur klar sein, dass sie die Besten und Größten sind."
„Und wer macht sie dazu?“
„Das Publikum, die Anhänger, und ein paar Manager? Das Publikum will etwas, um sagen zu können, ich, wir waren bei dem Größten dabei. Also gehen alle hin. Denn beim Größten darf man nicht fehlen. Und warum sind die Größten die Größten? Weil alle hingehen.“
„Das ist ja furchtbar.“
„Nein, warum? Das Publikum bekommt ja Einiges dafür. Man sagt ihm, ihr seid so toll, ganz prima. Ihr wisst was gut ist, ihr wisst wofür es sich lohnt einzusetzen. Ihr seid meine Helden, ihr alle seid Helden.“
„Ja, irgendwie ist es schon schön, so was gesagt zu bekommen.“
„Der Held erzählt dir, dass du etwas ganz Großes, was ganz Besonderes bist. So weniger die Leute privat gebacken kriegen, um so mehr wünschen sie sich, eben bei diesem Großen und Besonderen dabei zu sein. Das kann eine große Mannschaft, eine große Firma, ein großes Land sein. Wichtig ist eine Figur vorne weg, die immer wieder erzählt, Teil vom Größten und Besten zu sein. Und die den Glauben an das Heldenhafte festigt."
"Na ja, aber wenn das Bild des Helden an der Spitze bröckelt, wenn nicht alles stimmt?“
„Einen Helden aufgeben? Nein, auch wenn da ein paar Fehler und Unschönheiten sind. Nobody ist perfect. Deswegen Helden aufgeben? Da zerstört man ja den eigenen Sockel, auf dem man sich so groß fühlt. Also besser mit Feierlichkeiten und Jubiläen alles überdecken als die wirkliche Lage des großen Ganzen und des Helden zu erkennen.
„Und wenn der Held irgendwann nur noch Scheiße baut? Ein Projekt nach dem anderen versemmelt, nichts mehr gebacken kriegt?“
„Der Held hat immer den Vorteil, dass seine Anhänger sich schwer damit tun, das einzusehen. Und um so länger der Held behauptet, er hätte alles im Griff, danken ihm die Anhänger dafür.
"Du kannst einem die Lust an Helden ja ganz schön vermiesen. An wen soll ich jetzt noch glauben?“
„Frag mich nicht.“
„Wen meinst du eigentlich alles mit Helden und Heldinnen?“
„Ich weiß nicht, Ehemänner, Schlagersänger, Fussballspieler, Trainer, Vorgesetzte, Chefs oder auch Präsidenten ...“