Texte zum Alltäglichen -
der wöchentliche Schreibblog

Bis heute
WIE
Bis heute fragen mich die Leute,
oft verwundert, oft verdutzt:
dass du so was immer noch benutzt?
Die gleichen Werkzeuge wie vor 50 Jahren?
Immer noch Feile, Raspel, Säge und Zange,
weder elektrifiziert, noch automatisiert,
einfach so per Hand, im Schraubstock eingespannt.
Was sagen Gelenke, Sehnen und Rücken dazu?
Die bleiben im Training und geben so Ruh.
Zum Schluss fege ich’s weg.
Bis heute löchern mich die Leute:
Hast du keinen Thermomix?
Schnibbelst, schneidest alles mit der Hand?
Stück für Stück, Schnitt für Schnitt,
auf dem Brettchen aus Holz.
Für die beiden Pfannen, klein und groß,
und rührst dann selbst, würzt allein?
Ganz genau, mal mal scharf, mal mild, mal ganz pur,
mal püriert, mal gemischt oder auch ganz klein,
meistens doch Freestyle, Zufall, bloß nicht stur.
Bis heute wundern sich die Leute:
Zeichnest du immer noch mit Stift und Mine,
auf Papier, aus freier Hand, ganz ohne Schiene?
Ohne Bildschirm, Malprogramm oder Grafik-Tablett?
Was machst du, wenn du merkst, ist nicht korrekt?
Mit Schere, Kleber, und viel Phantasie
entstehen Figuren, Szenen und Räume,
Häuser, Straßen, Landschaften und Bäume.
Nicht immer hab ich es mir so vorgestellt,
am Ende aber weiß ich, dass es gefällt.
Bis heute sag mir die Leute:
So was gibt's doch auch zu kaufen,
im Internet, brauchst du gar nicht weit zu laufen.
Stattdessen reparier' und frickel ich selber,
da hab ich was, mit gleichem Maß,
aus Zwei mach Eins, aus alten Sachen,
etwas ganz anderes machen.
Ich freue mich, wenn's dann passt,
wenn alles wieder hält,
sich Altes zu Neuem gesellt.
Texte zum Alltäglichen -
der wöchentliche Schreibblog

Bis heute
WIE
Bis heute fragen mich die Leute,
oft verwundert, oft verdutzt:
dass du so was immer noch benutzt?
Die gleichen Werkzeuge wie vor 50 Jahren?
Immer noch Feile, Raspel, Säge und Zange,
weder elektrifiziert, noch automatisiert,
einfach so per Hand, im Schraubstock eingespannt.
Was sagen Gelenke, Sehnen und Rücken dazu?
Die bleiben im Training und geben so Ruh.
Zum Schluss fege ich’s weg.
Bis heute löchern mich die Leute:
Hast du keinen Thermomix?
Schnibbelst, schneidest alles mit der Hand?
Stück für Stück, Schnitt für Schnitt,
auf dem Brettchen aus Holz.
Für die beiden Pfannen, klein und groß,
und rührst dann selbst, würzt allein?
Ganz genau, mal mal scharf, mal mild, mal ganz pur,
mal püriert, mal gemischt oder auch ganz klein,
meistens doch Freestyle, Zufall, bloß nicht stur.
Bis heute wundern sich die Leute:
Zeichnest du immer noch mit Stift und Mine,
auf Papier, aus freier Hand, ganz ohne Schiene?
Ohne Bildschirm, Malprogramm oder Grafik-Tablett?
Was machst du, wenn du merkst, ist nicht korrekt?
Mit Schere, Kleber, und viel Phantasie
entstehen Figuren, Szenen und Räume,
Häuser, Straßen, Landschaften und Bäume.
Nicht immer hab ich es mir so vorgestellt,
am Ende aber weiß ich, dass es gefällt.
Bis heute sag mir die Leute:
So was gibt's doch auch zu kaufen,
im Internet, brauchst du gar nicht weit zu laufen.
Stattdessen reparier' und frickel ich selber,
da hab ich was, mit gleichem Maß,
aus Zwei mach Eins, aus alten Sachen,
etwas ganz anderes machen.
Ich freue mich, wenn's dann passt,
wenn alles wieder hält,
sich Altes zu Neuem gesellt.