Texte zum Alltäglichen -
der wöchentliche Schreibblog

Bänke
Skechers, On, Adidas, wieder Skechers, diesmal in blau und zum Schnüren, viermal Adidas, On in schwarz und daneben in blassrosa, Barfußschuh, zweimal Skechers, Adidas in grün. Hoppla, ein Mephisto und jetzt, nein, sie reibt sich die Augen, wirklich ein Lederschuh, ein gut geputzter noch dazu. Na sowas, sie blickt höher und muss sagen, nicht nur die Schuhe gefallen ihr. Doch gleich dahinter wieder Skechers, Adidas und dann mal ein Puma. Auch Gehilfen, Rollatoren und Rollstühle, da kennt sie sich mit den gängigen Marken nicht so aus.
Wie jeden Spätnachmittag sitzt sie auf der Seepromenade, in ein paar Minuten beginnt die Musik, die Gäste strömen herbei und freuen sich auf ‚The Jackets‘ und Rock’and Roll. Gefühlt tausend Senioren sind in den letzten Tagen auf der Seepromenade mit Blick auf die ruhige See an ihr vorbeigegangen. Soviel Alter und noch mehr uninteressantes Schuhwerk. Die Kleidung bequem und dem Wetter entsprechend.
Schönheit spielt sich für sie also in der Weite ab, wenn die Sonne durch die Wolken blitzt und in der Ferne ein Schiff ins grelle Licht setzt, wie jetzt gerade. Genau deshalb zieht es sie immer wieder hierher, bezeichnet sie die weiße Bank schon insgeheim als ihre. Dabei sollte sie aufstehen und dem nächsten Rollator den Platz frei machen oder dem nächsten Skechers-Paar.
Auch in der Stadt sitzt sie ziemlich gerne immer auf dem kleinen Marktplatz auf einer Bank, atmet durch und schaut zuallererst in den Himmel. Wie schön die Wolken heute wieder sind, so viele Vögel, wie die Bäume sich im Wind wiegen, so viele Menschen hier. Ihr Blick geht immer auch zu den Schuhen, schon seit Kindertagen macht sie es so, als sie mit ihrer Oma im Park saß, später mit der besten Freundin und Männern. Einen gab es, mit dem sie sich auf der hintersten Bank am See traf, er war noch gebunden, und sie brauchten Schutz.
Vielleicht sollte sie aufstehen und ihre andere Lieblingsbank aufsuchen, die auf der Düne mit dem hundertachtzig Grad Blick in die Weite. Aber jetzt spielen sie ‚In the Ghetto‘, ihre Füße wippen im Takt, und die Arme bewegen sich von selbst. Gegenüber bei den beiden Paaren machen es die Frauen ebenso. Dann tönt ‚Stand by you‘ aus den Lautsprechern und sie schließt die Augen, wiegt ihre Hüften und denkt an früher.
„ Shall we dance?“, hört sie plötzlich eine dunkle Stimme.
Sie öffnet die Augen, der Lederschuhmann!
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Bänke
Skechers, On, Adidas, wieder Skechers, diesmal in blau und zum Schnüren, viermal Adidas, On in schwarz und daneben in blassrosa, Barfußschuh, zweimal Skechers, Adidas in grün. Hoppla, ein Mephisto und jetzt, nein, sie reibt sich die Augen, wirklich ein Lederschuh, ein gut geputzter noch dazu. Na sowas, sie blickt höher und muss sagen, nicht nur die Schuhe gefallen ihr. Doch gleich dahinter wieder Skechers, Adidas und dann mal ein Puma. Auch Gehilfen, Rollatoren und Rollstühle, da kennt sie sich mit den gängigen Marken nicht so aus.
Wie jeden Spätnachmittag sitzt sie auf der Seepromenade, in ein paar Minuten beginnt die Musik, die Gäste strömen herbei und freuen sich auf ‚The Jackets‘ und Rock’and Roll. Gefühlt tausend Senioren sind in den letzten Tagen auf der Seepromenade mit Blick auf die ruhige See an ihr vorbeigegangen. Soviel Alter und noch mehr uninteressantes Schuhwerk. Die Kleidung bequem und dem Wetter entsprechend.
Schönheit spielt sich für sie also in der Weite ab, wenn die Sonne durch die Wolken blitzt und in der Ferne ein Schiff ins grelle Licht setzt, wie jetzt gerade. Genau deshalb zieht es sie immer wieder hierher, bezeichnet sie die weiße Bank schon insgeheim als ihre. Dabei sollte sie aufstehen und dem nächsten Rollator den Platz frei machen oder dem nächsten Skechers-Paar.
Auch in der Stadt sitzt sie ziemlich gerne immer auf dem kleinen Marktplatz auf einer Bank, atmet durch und schaut zuallererst in den Himmel. Wie schön die Wolken heute wieder sind, so viele Vögel, wie die Bäume sich im Wind wiegen, so viele Menschen hier. Ihr Blick geht immer auch zu den Schuhen, schon seit Kindertagen macht sie es so, als sie mit ihrer Oma im Park saß, später mit der besten Freundin und Männern. Einen gab es, mit dem sie sich auf der hintersten Bank am See traf, er war noch gebunden, und sie brauchten Schutz.
Vielleicht sollte sie aufstehen und ihre andere Lieblingsbank aufsuchen, die auf der Düne mit dem hundertachtzig Grad Blick in die Weite. Aber jetzt spielen sie ‚In the Ghetto‘, ihre Füße wippen im Takt, und die Arme bewegen sich von selbst. Gegenüber bei den beiden Paaren machen es die Frauen ebenso. Dann tönt ‚Stand by you‘ aus den Lautsprechern und sie schließt die Augen, wiegt ihre Hüften und denkt an früher.
„ Shall we dance?“, hört sie plötzlich eine dunkle Stimme.
Sie öffnet die Augen, der Lederschuhmann!